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Barhuf laufen


Grundsätzlich kann jedes Pferd barhuf laufen, denn dies ist der natürliche Zustand. Allerdings sind einige Voraussetzungen zu erfüllen, damit es wirklich geht. Diese sind im Wesentlichen: Haltung, Ernährung, Hufbearbeitung und der aktuelle Zustand der Hufe.
Wenn ein Pferd angeblich nicht barhuf laufen kann, sollte man darüber nachdenken, ob alle nachfolgend besprochenen Voraussetzungen erfüllt sind/waren.

 

Haltung

Die Haltung des Pferdes dient in erster Linie den Interessen des Menschen. Er möchte seinen Besitz, das Pferd, schützen und schnell zur Verfügung haben. Dies bedeutet aus Sicht des Pferdes aber einen massiven Eingriff in dessen spezielle Bedürfnisse als Lauftier. Stallhaltung, auch Offenstall, engt das Pferd in seinem Bewegungsdrang ein und bietet oft zu weiche Böden. Auch werden oft die Bedürfnisse des Pferdes bezüglich des Körperkontaktes mit Artgenossen nicht befriedigt.
Optimal, also der für Mensch und Pferd beste Kompromiss, ist die Gruppenhaltung im Offenlaufstall. Es gibt immer wieder Offenställe, die falsch konstruiert sind oder ohne das erforderliche Fachwissen betrieben werden und den Pferden dadurch vielfältige Probleme/Stress zufügen. In solchen Fällen ist, wenn nichts besseres zu finden ist, auch Boxenhaltung mit wirklich viel Auslauf (ein Tag hat 24 Stunden!) akzeptabel.
Passen der Boden im Reitgelände (hart/steinig) und der Boden im Stall (weich) nicht zusammen, kann es sein, daß für das Reiten im Gelände Hufschuhe erforderlich sind.

 

Ernährung

Ernährung und gesunde Hufe stehen in einem direkten Zusammenhang. Das Pferd ist als Steppentier optimal an nährstoffarmes, rohfaserreiches Futter angepasst. Als Dauerfresser ist es den größten Teil des Tages (16-18 Std.) mit der Nahrungsaufnahme beschäftigt. Das Verdauungssystem des Pferdes ist also auf ständige Nahrungszufuhr ausgelegt. Deshalb sollte immer Rauhfutter in Form von gutem Heu zur Verfügung stehen. Damit nicht zuviel Heu aufgenommen wird, füttert man das Heu am besten aus engmaschigen Heunetzen (3-4 cm Maschenweite). Auch sollte Heu nicht durch Stroh ersetzt werden. Stroh kann als Zusatzfutter (Halmlänge mind. 5 cm) zur Kaubeschäftigung zugegeben werden. Lange Fresspausen (mehr als 4-5h), weil kein Rauhfutter zur Verfügung steht sind unbedingt zu vermeiden. Hierdurch wird das gesamte Milieu im Magen-Darmtrakt durcheinander gebracht und die Futterverwertung negativ beeinflußt.
Auch bei der Versorgung mit Kraftfutter ist einiges zu Beachten. Kraftfutter ist meist nicht notwendig, wenn das Pferd 1-2h geritten oder gefahren wird. Boxenpferde, brauchen unterumständen neben Heu auch eine gewisse Menge an Zusatzfutter und Mineralien um alle Nährstoffe zugeführt zu bekommen. Dies ist besonders wichtig im Winter, wenn kein Weidegang stattfindet. Denn die Nährstoffe im Heu werden abgebaut, sodass es durchaus zu Unterversorgungen kommen kann. Nun könnte man denken mit einem guten Fertigfutter ist man auf der sicheren Seite. Leider ist dies nicht der Fall. In den meisten Futtermischungen ist ein nicht unerheblicher Anteil Melasse, Apfeltrester, Zuckerrüben etc. Diese Komponenten sind aber Gift für gesunde Hufe. Ein hoher Blutzuckerspiegel führt zu einer schlechteren Hornbildung.
Das beste Kraftfutter ist nach wie vor Hafer und/oder Gerste. Bei einer reinen Heu / Haferfütterung ist jedoch auf die ungünstige Aminosäurenzusammensetzung des Hafers zu achten. Ergänzend zum Hafer und Gerste können je nach Saison z.B. Kräuter zugegeben werden. Dies muss jedoch individuell auf das Pferd abgestimmt werden. Dabei ist Rasse, Alter, Haltung, Arbeit usw. zu berücksichtigen.
Grundsätzlich gilt: Nur wenn die Fütterung optimal ist, kann auch optimales Hufhorn gebildet werden. Dies gilt besonders dann, wenn Gewebeschäden im Huf regeneriert werden müssen, was oft der Fall ist. In solchen Fällen kann der Energiebedarf eines Pferdes dem von mittlerer Arbeit entsprechen, obwohl es nicht gearbeitet wird!

 


 

Hufbearbeitung

Auch bei der Hufbearbeitung gibt es Faktoren die über Erfolg oder Misserfolg entscheiden. Der wichtigste ist, dass im Huf vorhandene Probleme beseitigt werden. Denn nicht das Barhuf laufen tut weh, sondern das laufen auf kranken Hufen. Und davon gibt es leider sehr viele.
Der traditionelle Beruf bezüglich Hufpflege ist der Hufschmied. Ohne einem einzelen Schmied zu Nahe treten zu wollen, ist es leider so, dass in der Schmiedeausbildung der Schwerpunkt auf den Beschlag von Hufen liegt. Dass es Unterschiede in der Bearbeitung für das barhuf laufen und der Bearbeitung in Vorbereitung für einen Beschlag gibt liegt auf der Hand. In der Praxis trifft man deshalb auch immer wieder auf die Aussage, das Pferde durchaus barhuf laufen können, das eigene ist aber leider meistens nicht mit dabei.
Aber auch in der alternativen Hufbearbeiterszene, welche sich in den letzten Jahrzehnten entwickelt hat, ist nicht alles Gold was glänzt. Hier werden unter verschiedenen Berufsbezeichnungen z. T. Ideologien angeboten, mit denen das angestrebte Ziel nicht erreicht werden kann. Das heißt, Sie als Kunde sind gezwungen sich eine Meinung darüber zu bilden was/wer das/der Beste für Ihr Pferd ist. Deshalb hier ein paar Hinweise, wie Sie erkennen können ob ihr Hufbearbeiter gute Arbeit leistet:

 

  • Geht mein Pferd locker, schwungvoll und freudig über die Wege im Reitgelände? Wenn nicht, kann es an der Art der Hufbearbeitung oder an den voran besprochenen Punkten liegen.
  • Treten bei Hufproblemen die vorausgesagten Besserungen ein? Wenn nicht, kann Ihr Hufbearbeiter dies nachvollziehbar begründen?
  • Gibt Ihnen Ihr Hufbearbeiter auf Ihre Fragen kompetente, nachvollziehbare Antworten, geht er auf Ihre Bedenken und Wünsche ein?
  • Geht Ihr Hufbearbeiter korrekt mit Ihrem Pferd um?

 

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